Frank Hess – Aquarelle und mehr…

Das gute Blatt

with 2 comments

Wie bei einem feinen Wein oder einem leckeren Essen gibt es diese Beschreibung natürlich auch in der Kunst
und für Aquarell- und Tuschemaler ist es dann meistens „das gute Blatt“. Doch wann fällt ein fertiges Bild in diese Kategorie?
Für die akademischen Sichtweisen gibt es unzählige Bücher, fast jedes Anleitungsbuch beschäftigt sich mit der Thematik der „richtigen“ Herangehensweise. Aber was ist richtig oder falsch und wer legt diese Richtlinien fest? Ich kann und möchte nur für mich sprechen, denn beim Malen und Zeichnen ist es wie mit Essen,
jeder kocht anders und jedem schmeckt es anders. Nur das Grundrezept sollte stimmen, Variationen und neue Kreationen sind herzlich willkommen.
Mein Grundrezept sind Wasser, Aquarellfarben, Tusche und das Papier. Diese haben gewisse Eigenschaften welche ich für meine Arbeiten bevorzuge und die sie für mich und meine Malerei interessant machen.
Ich liebe das Fließen der Wasserfarben auf dem Papier, mit Pinsel kontrollierter, dann wieder mittels Sprühflasche etwas unkontrollierter, auf jeder Papiersorte anders.
Unkontrollierter heißt aber lediglich, dass das Ergebnis kein genauer Pinselstrich ist, sondern man gibt eine Richtung oder Effekt vor, wobei man aber schon ein bestimmtes Ziel zu erreichen versucht, schließlich kennt man seine Materialen. Von Andreas Mattern stammt das Motto: „Lebendigkeit ist wichtiger als richtig“, welches ich sehr gern übernommen habe. Mir kommt es vor allem darauf an, dass etwas auf dem Papier passiert. Unwesentliches darf gern weggelassen werden, sollte es zur Harmonie auf dem Bild beitragen, kann auch mal etwas hinzugefügt werden. Sofern man dadurch das Bild nicht generell verfälscht, sondern es nur belebt, nehme ich mir gern gewisse Freiheiten (und für eine realistische Darstellung einen Fotoapparat). Wichtig ist, dass es am Ende passt, dann darf der Goldene Schnitt auch mal mittig sein 😉
Gelingt es immer? Die Antwort ist ein klares „Nein“. Aber mit jedem Blatt geht man einen Schritt in die richtige Richtung, man lernt dazu. Wichtig ist die gewonnene Erfahrung auf den nächsten Bogen Papier mitzunehmen. Zufrieden bin ich dann, wenn ich ein Bild gern betrachte, auch noch nach längerer Zeit.

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Written by Frank Hess

01/14/2011 um 23:02

2 Antworten

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  1. Wie beginnt man ein Bild und was ist richtig oder falsch? Was ist ein „gutes Blatt“? Das sind gute Fragen, lieber Frank. Und ich bin sicher, dass es keine allgemeingültigen Antworten darauf gibt. Alles kann richtig sein. Nämlich wenn es das ausdrückt, was ich dem Betrachter sagen und vermitteln möchte. Oder vielleicht auch nur mir selbst.
    Denn: „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“
    Zitat von Paul Klee
    Auf weiterhin gute Arbeiten.
    LG von Rosie

    wholelottarosie

    01/15/2011 at 23:02

  2. Hallo Frank,
    ein guter Beitrag. Aber ich bin schon enttäuscht, dass Dir nicht jedes Blatt gelingt ;-).
    Du hast Recht, jedes Blatt hat seine Berechtigung und bringt einen weiter. Oft merkt man es nicht, aber die Auseinandersetzung mit einem Motiv hinterlässt immer ein Stück Erfahrung, die man an anderer Stelle wieder abrufen kann.
    Aber was für mich immer erstaunlich ist, welche Bilder man selbst als „gutes Blatt“ bezeichnet und welche Aquarelle von anderen viel mehr geschätzt werden.

    Beste Grüße und viel Spaß beim Malen – FRank

    frank8233

    01/16/2011 at 23:52


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